Vereinsgeschichte

Vor über 100 Jahren, am 13. Januar 1907, wurde unser Verein gegründet. Auf Initiative des Lehrers Edmund Steinberger trafen sich 18 Burschen aus Groß- und Kleinweil um einen Gebirgstrachten-Erhaltungsverein zu gründen. Bei dieser wurde die erste Vorstandschaft gewählt, wobei Martin Fischer 1. Vorstand wurde, ebenfalls beschloss man eine Vereinssatzung.

Bereits am 10. und 12. Februar führte man das erste Theaterstück auf, welches einen Reingewinn von 19,- Reichsmark brachte.

Bei der Mitgliederversammlung am 16. Juni 1907, war der Verein bereits auf 34 Mitglieder angewachsen. Dabei wurde beschlossen die Standarte des Schaftlacher Vereins für 15,- Reichsmark zu kaufen, ebenfalls beschloss man das der Verein den Namen „Rötlstoana“ tragen soll.Schon im Gründungsjahr beteiligte sich der Verein in Bad Tölz, Peißenberg und Penzberg an drei Trachtenfesten.

Zur damaligen Zeit war es noch einfacher einen Posten in der Vorstandschaft zu besetzen. Bei der einzigen Wahl der Versammlung, die des Schriftführers, gab es gleich sechs Bewerber mit folgendem knappen Ergebnis:

Fischer Martin           17 Stimmen
Bäck Martin              17 Stimmen
Klieber Franz            16 Stimmen
Promberger Josef    16 Stimmen
Frühschütz Josef     13 Stimmen
Mayr Philipp              13 Stimmen

Am 28. Mai 1911 war es endlich so weit und es könnte die Fahnenenthüllngsfeier begangen werden. Bei der sich der Trachtenverein „Schmid von Kochel“ als Pate zur Verfügung stellte. Insgesamt kamen 33 Vereine nach Großweil um dieses Fest gebührend mit uns zu feiern. Nach dem Festzug verteilte der damalige Vorstand Johann Bichler Erinnerungsbänder, sowie den Weit-, Meist- und Ehrenpreis. Den Weitpreis erhielt der Trachtenverein „Almarausch“ Füssen, den Meistpreis Trachtenverein „Barmstoana“ Benediktbeuern mit 44 Teilnehmer und den Ehrenpreis der Trachtenverein „Illingstoana“ Ohlstadt der sich als einziger mit Musik beteiligte. In der Chronik steht unter anderem zu diesem Fest: „Von älteren Bürgern des Ortes konnte man hören, dass noch nie eine solch große Festlichkeit zu verzeichnen war.“ Nur eine Sache trübte diese Veranstaltung, trotz vieler Bittgesuche verweigerte die Pfarrei einen Gottesdienst abzuhalten und die Fahne zu weihen.

Doch die Trachtler waren darauf bedacht, ihre neue Fahne kirchlich weihen lassen zu können. Durch die Vermittlung und Hilfe des Trachtenvereins „Würmseer“ Pöcking war es möglich geworden, dass am Samstag den 22. Juli 1911 die Fahne in Pöcking kirchlich geweiht werden konnte. Allerdings durfte von diesem Vorhaben nichts an die Öffentlichkeit gelangen und so fuhr man mit nur drei Mann zur Weihe.

Nach Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914, kam das Vereinsleben weitgehenst zum Erliegen. Erst ab Januar 1919 ging es wieder normal weiter, wie vor dem Krieg, bei dem 14 Trachtenkameraden ihr Leben lassen mussten.

Zum Gauverband II, mit Sitz in Murnau, traten wir am 14. März 1920 in Uffing bei. Bereits zwei Jahre danach im August 1922 lösten wir uns zusammen mit den Trachtenvereinen aus Kochel, Ohlstadt, Schlehdorf und Eschenlohe aus dem Verband aus und gründete in Großweil ein Freundschaftsbündnis, welches zur “Loisachtaler“ Trachtenvereinigung wurde. Der Kochler Vorstand Baron von und zu Aufseß wurde 1. Vorsitzender. Die Versammlung legte ausdrücklich fest keinen neuen Gau zu gründen mit festen Richtlinien, sondern ein freundschaftliches loses Bündnis. Es sollte ebenfalls jährlich ein gemeinschaftliches Fest abgehalten werden, dass aber nicht Gaufest, sondern Sommerfest genannt wird.

Zu diesem neuen Freundschaftsbündnis kamen im Laufe der Jahre immer mehr Trachtenvereine aus unserer Umgebung dazu, wie z. B. Oberau, Walchensee und Wallgau.

Beim Gaufest in Uffing am 21. August 1921 rückte der Trachtenverein zum Erstenmal mit Musik in Tracht aus.

Zum ersten Sommerfest der „Loisachtaler“ Trachtenvereinigung in unserem Ort lud der Trachtenverein am 29. Juli 1928 ein. Dieser Einladung folgten mit den Ortsvereinen insgesamt 19 Vereine.

Recht Interessant ist es auch wie in den Zwanziger Jahren zu den Festen gefahren würde, darum möchte ich einen Absatz aus dem Jahresbericht von 1929 zitieren:

„Am Sonntag, den 04. August besuchte der Verein das diesjährige Sommerfest der „Loisachtaler“ Trachtenvereinigung in Ettal. Es war ein selten schöner Tag. Die Mitglieder legten den Weg mittels Lastauto, Motorrädern und größtenteils mit Fahrrädern zurück. ....... Unser Verein konnte sich mit 52 Mitglieder, darunter waren 11 Madl, den 2. Meistpreis erwerben. Es war dies auch der Grund, dass sämtliche Beteiligten in guter, heiterer Stimmung im Vereinslokal landeten“

Ich möchte auch noch eine Besonderheit aus dem Jahresbericht 1930 zitieren, wie mit dem Vereinsvermögen umgegangen wurde. Bei der Generalversammlung 1930 unter Punkt „Verschiedenes“ gab es folgenden Vorschlag:

„Nachdem der Kassenstand zurzeit 255 Mark beträgt, wurde von der Vorstandschaft der Antrag gestellt, 200 Mark aufzulegen. Hierbei wurde von den Mitgliedern der Wunsch laut das Geld an Mitglieder gegen Sicherheit mit Schuldschein auszuleihen. Nachdem sich aber mehrere Bewerber meldeten wurde beschlossen, das Geld demjenigen zu überlassen, der am meisten Zins bezahlt. So wurde dem Mitglied Franz Klieber, 200 Mark auf ein Jahr gegen 7,5 % Zinsen überlassen.“

In diesem Jahr wurde auch beschlossen unsere Trachtenvereinigung umzubenennen, in Oberländer Heimat- und Volkstrachtenvereinigung.

Ebenfalls 1930 hatten wir mit 103 zum Erstenmal über 100 Mitglieder.

Ein besonderes Theaterstück wurde 1932 zum 300 jährigen der Wirtsstasl aufgeführt, „Die Schweden in Großweil anno 1632“. Dieses Stück wurde von Franz Xaver Klieber, ein Mann mit über 80 Jahren, geschrieben und unter großem Einsatz aller Beteiligten aufgeführt.

Ab 1933 kam das selbstständige Vereinsleben immer mehr zum Erliegen. Die Vereine wurden zunehmend in politische Dachverbände gezwängt und gleichgeschaltet. So wurden auch alle Trachtenvereine im Reichsbund „Volkstum und Heimat“ zwangsvereinigt.

Dennoch war für die Groß- und Kleinweil Trachtler 1937 ein besonderes und ereignisreiches Jahr. So wurde am 02. Mai das Kreuz auf dem Schneeleitenbichl eingeweiht. Aber nicht nur dort, sondern man wollte auf dem Rötlstoa ebenfalls ein Kreuz aufstellen. So wanderten 27 Trachtler zum Rötlstoa um den 7 Meter langen Stamm für das Kreuz auszusuchen, das Fundament zu erstellen und alles nötige Material hoch zu bringen. Die Kreuzaustellung erfolgte am 20. Juni durch 30 Mitglieder. Zur feierlichen Einweihung kamen sogar 200 Personen auf den Gipfel des Rötlstoa.

Auch das 30 jährige Gründungsfest wurde gebührend mit dem Sommerfest der Oberländer Heimat- und Volkstrachtenvereinigung gefeiert. Dazu kamen 17 auswärtige Vereine zum Festzug.

1939 kam das Vereinsleben vollkommen zum Erliegen und der erste Jahresbericht begann erst wieder 1946 mit der Liste der gefallenen 11 Vereinsmitglieder. Die erste Versammlung nach dem 2. Weltkrieg wurde am 28. April 1946 abgehalten.

Ebenfalls 1946 am 10. Juni wurde in Oberau unser jetziger Gau die Oberländer Trachtenvereinigung gegründet.

Trotz schwieriger Zeiten und schlechter Materialbeschaffung ließ es sich der Trachtenverein nicht nehmen 1946, den Saal der Vereinslokales Gasthaus „Zur Loisach“ auszubauen und eine neue Bühne zu errichten. Dieses Vorhaben war auch mit großen finanziellen Kosten verbunden, in einer Versammlung erklärten sich alle Mitglieder bereit, irgend einen Gegenstand, sei es Brennholz, Lebensmittel oder anderen Sachen zu spenden, um diese zu Gunsten des Vereins versteigern zu lassen. Diese Versteigerung brachte die unglaubliche Summe von 6.251,00 Mark.
Ende 1947 erhielt der Verein von der Militärregierung seine Lizenz zum Weiterbestehen. Der Mitgliederstand war mittlerweile mit 147 auf seinem Höchststand.

Erwähnenswert ist auch das im Jahr 1954 unser jetziger Trachtenhut, der Dreher, einheitlich eingeführt wurde. So sind auf dem Vereinsfoto von 1951 noch die unterschiedlichsten Hüte vor allem der Miesbacher Hut zu sehen.

1955 mussten wieder ein neues Kreuz auf dem Rötlstoa aufgestellt werden, dass Alte hatte im Vorjahr leider der Sturm umgerissen. Man entschloss sich dieses Mal ein Stahlkreuz aufzustellen. Am 11. September wurde bei der Bergmesse durch Kooperator Stadler das neue Kreuz eingeweiht.

1957 wurde in unserem Ort wieder groß gefeiert, nach der Renovierung der Fahne feierten die Trachtler am 14. Juli ihr 50. Gründungsfest mit Fahnenweihe, verbunden mit dem Gaufest der Oberländer Trachtenvereinigung. Mit 40 Vereinen und ca. 2000 Teilnehmer war dieser Tag mit Sicherheit ein großer Erfolg.

Das 60 jährige Gründungsfest wollte man ebenfalls gebührend feiern und stellten 1967 wieder ein Festzelt auf. Am 30. Juli zogen 20 Trachtenvereine durch den festlichen Ort.

Das Kreuz am Schneeleitenbichl brauchte 1975 dringend eine Renovierung. Nach dieser weihte man es an neuer Stelle am Stern wieder ein.

Wie in der Vergangenheit so wollte die Groß- und Kleinweiler Trachtler auch 1977 ihr rundes Vereinsjubiläum mit einem Festzelt feiern. So marschierten am 07. August, 31 Trachtenvereine mit ca. 3.000 Teilnehmern durch den Ort, anlässlich des Gaufestes der Oberländer Trachtenvereinigung und unseres 70 jährigen Gründungsfestes.

Mittlerweile ist die Vereinsfahne von 1911 in die Jahre gekommen, so dass die Vorstandschaft beschloss, eine neue Fahne im Kloster Schlehdorf anfertigen zu lassen. Diese sollte die gleichen Motive wie die Alte haben. Auf der einen Seite das Bild der Ortschaft Groß- und Kleinweil, auf der anderen das Bild des Hl. Georg. Das 80 jährige Gründungfest 1987 sollte dazu den festlichen Rahmen bilden.

Seit 1990 gehört die alljährliche Teilnahme an den Leonhardiwallfahrten zu unserem Vereinsleben. Bereits 1992 fünf Jahr nach dem letzten Festzelt, feierten die Vereine der Oberländer Trachtenvereinigung ihr Gaufest, zusammen mit unserem 95. Gründungsfest, in Großweil.

Das eiserne Kreuz auf dem Rötlstoa war durch Rostfraß baufällig geworden und so wurde am 20. August 1994 ein neues Kreuz aus Aluminium aufgestellt und am 11. September bei der Bergmesse eingeweiht.

Den Ausschlag zum Bau des Trachtenheimes hat die erschwerte Jugendarbeit bei den Plattelproben gegeben, wegen Fehlens eines geeigneten Übungsraumes. Es wurde zuvor lange überlegt welche Möglichkeiten denn ins Auge gefasst werden könnten, auch Billiglösungen wurden erwogen. So konnte durch tatkräftige Unterstützung der Gemeinde und selbstloser Mithilfe vieler Mitglieder und der Bevölkerung am 01. Juli 1994 mit dem Bau des Trachtenheimes begonnen werden. Ein Jahr später konnte das gelungen Werk am 15. August 1995 eingeweiht werden. Damit wurde ein wichtiger Grundstock zur Fortentwicklung des Vereins gelegt.

In kleinem Rahmen mit den Nachbarvereinen wurde am 17. August 1997 das 90 jährige Gründungsfest im Freizeitheim gefeiert. Dafür entschied die Vorstandschaft, das 95 jährige Gründungsfest zusammen mit dem Gaujugendtag der Oberländer Trachtenvereinigung mit einer Festwoche am 11. August 2002 zu feiern.

Mit der Fertigstellung der Chronik 2001, können wir ein einmaliges Nachschlagewerk unser eigen nennen.

Am 13. Januar 2007 hielten wir anlässlich unseres 100. Gründungstages einen Festabend im Gasthaus „Zur Loisach“ ab. Gebührend feierten wir dieses Ereignis mit einer Festwoche und dem Gaujugendtag der Oberländer Trachtenvereinigung am 24. Juni 2007. Durch den seit Jahren anhaltenden Streit der Oberländer Trachtenvereinigung mit dem Bayerischen Trachtenverband hauptsächlich wegen dem Erwerb und den unabsehbaren Folgekosten für Haus der bayerischen Trachtenkultur und Trachtengeschichte trat unser Gau zum 31.12.2008 vom Dachverband aus.

In der Generalversammlung 2011 wurde beschlossen das blaue Vereinstücherl zu ersetzen. In Zukunft har unser Verein als Vereinstücherl das Fransentuch.


Vorstände seit der Gründung:

Martin Fischer                 1907
Franz Egger                    1908
Johann Bichler                1909 – 1911
Franz Klieber                  1912
Philipp Mayr                    1913 – 1919
Jakob Schweiger            1920
Josef Luidl                      1921 – 1924
Franz Klieber                  1925 – 1926
Johann Fischer               1927 – 1928
Johann Leiß                    1929 – 1935
Franz Klieber                  1936 – 1947
Josef Burkart                  1948 – 1953
Andreas Leiß                  1954 – 1958
Lorenz Schägger            1959
Otto Steingruber             1960
August Gahbauer           1961
Josef Luidl                       1962 – 1964
Ludwig Glas                    1965
Michael Mayr                  1966 – 1970
Jakob Gindhart               1971 – 1978
Martin Fischer                 1979 – 1981
Mathias Zweng               1982 – 1987
Jakob Gindhart               1988 – 1999
Markus Luidl                   2000

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